Pommernlied

Text: Gustav-Adolf Pompe

 

Wenn in stiller Stunde Träume mich umweh’n,

bringen frohe Kunde Geister ungeseh’n

reden von dem Lande meiner Heimat mir,

hellem Meeresstrande, düsterm Waldrevier.

 

Weiße Segel fliegen auf der blauen See,

weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh’,

blaue Wälder krönen, weißer Dünensand:

Pommerland, mein Sehnen ist dir zugewandt!

 

Aus der Ferne wendet sich zu dir mein Sinn,

aus der Ferne sendet trauten Gruß er hin.

Traget lauer Winde meinen Gruß und Sang,

wehet leis und linde treuer Liebe Klang.

 

Bist ja doch das eine auf der ganzen Welt,

bist ja mein ich deine treu dir zugesellt,

kannst ja doch von allen die ich je geseh’n,

mir allein gefallen, Pommerland so schön

 

Jetzt bin ich im Wandern, bin bald hier bald dort,

doch aus allen andern, treibt’s mich immer fort:

Bis in dir ich wieder finde meine Ruh’,

send ich meine Lieder, dir o Heimat zu.

 

Dieses Lied drückt unsere Verbundenheit mit unserer pommerschen Heimat aus. In seiner Melancholie und Tiefe spiegelt sich die Seele der Pommern. Eines der schönsten Heimatlieder Deutschlands.

Gustav Adolf Reinhard Pompe. geboren am 12. Januar 1831 zu Stettin, studierte in Halle/Saale Theologie und Philologie. Sein Pommernlied findet sich in einem Briefe an die Mutter beigefügt, datiert Halle, 19. März 1852. Auf einer studentischen Ferienwanderung im Harz soll es entstanden sein: In einer gemeinsamen Runde, so schreibt er, hätten nacheinander die beteiligten verschiedenen Landeskinder ihre Heimatlieder angestimmt, zwei Pommernsöhne aber hätten mit schmerzlichem Vermissen zugehört; es gab noch kein Pommernlied. Daraufhin habe der dritte, eben Adolf Pompe, dieses Lied entworfen. Die Melodie des Pommernliedes wurde von "Freiheit die ich meine" (Carl Groos, 1818) übernommen.

Pompe wirkte später nach kurzer Lehrtätigkeit u.a. in Greifenberg, als Oberpfarrer in Labes, als Superintendent in Lauenburg und später in Demmin, wo er am 23.12.1889 starb.