Pommern - was ist das?

Pommern ist

kein weit entferntes Land auf einem anderen Erdteil.

Pommern ist

das Land an der Ostsee und erstreckt sich von der Halbinsel Darß - Zingst bis fast an die Danziger Bucht.

Pommern ist

eine reizvolle Landschaft mit ausgedehnten Wäldern, fruchtbaren Feldern, der Pommerschen Schweiz, und hat eine reich gegliederte Seelandschaft mit einem etwa 500 km langen Ostseestrand.

Pommern ist

eine Vielzahl von malerischen Städten mit einer Kette von Seebädern (Binz, Sellin, Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck, Swinemünde, Misdroy, Rewahl, Horst, Kolberg und Leba .......).

Pommern ist

die Hauptstadt, Handels- und Wirtschaftsmetropole Stettin mit dem drittgrößten deutschen Seehafen, Werften (Vulkan, Oderwerke), der Feldmühle-Papierfabrik sowie der Stoewer-Automobilfabrik.

Pommern ist

Land- und Forstwirtschaft, Kornkammer (Pyritzer, Weizacker), Kartoffelanbau, Küsten- und Binnenfischerei.

Pommern ist

das Geburtsland vieler bedeutender Persönlichkeiten.

Pommern ist

in unseren Herzen lebendig

 

 

Pommern ??? - Viele junge wie auch ältere Deutsche wissen mit dieser Bezeichnung nichts mehr anzufangen. Dabei läßt sich Pommern durchaus darstellen und beschreiben, genau wie andere deutsche Länder auch. Schließlich handelt es sich nicht um ein weit entferntes Land in einem anderen Erdteil, sondern um eine seit 1181 mit dem Reich verbundene deutsche Provinz, deren Hauptstadt Stettin nur 300 km von Lübeck entfernt liegt. Eine Provinz, die sich mit ihrem 550 km langen Küstenstreifen an der südlichen Ostseeküste entlangzieht und deren Name sich vom wendischen "po morje" ("am Meer") herleitet.

Seinen deutschen Charakter erhielt Pommern durch die Siedler, die mit Beginn der Klostergründungen (ab 1153) friedlich ins Land kamen. Sie stärkten die Wirtschafts- und Wehrkraft der wendischen Herzöge gegen die Macht der polnischen Piasten und gründeten in den 120 Jahren zwischen 1234 und 1354 den Großteil aller pommerschen Städte. Plattdeutsch wurde Umgangs-, teilweise auch Amtssprache. Die Einführung der Reformation in Pommern 1534 und die Gegenreformation in Polen ab 1587 führten zu einer weiteren wesensmäßigen Abgrenzung der Bewohner beider Länder.

Einen tiefen Einschnitt brachte der 30jährige Krieg (1618-1648), der die Bevölkerung Pommerns auf weniger als die Hälfte reduzierte. Vorpommern kam unter schwedische Herrschaft, blieb jedoch weiterhin unter deutschem Recht, da die Königin von Schweden zugleich deutsche Reichsfürstin war. Hinterpommern fiel nach dem Aussterben des pommerschen Herzogshauses an Brandenburg und sollte dann in der Folge ein preußisches Kernland werden, das nach der ersten Teilung Polens (1772) durch die Vergrößerung Preußens fast 150 Jahre lang keine direkte Grenze zu Polen hatte. Erst nach 1918 wurde Pommern durch den "Korridor" wieder Grenzland zu Polen.

Nach 1945 wurde das östliche Pommern mit Stettin und Swinemünde unter polnische Verwaltung gestellt und die deutsche Bevölkerung völkerrechtswidrig vertrieben. Vorpommern wurde Teil der sowjetischen Besatzungszone und später drei neu zugeschnittenen Verwaltungsbezirken der DDR zugeordnet. Damit verschwand die Landesbezeichnung "Pommern" in der DDR. Am 9. November 1989 bricht die Berliner Mauer unter dem friedlichen Druck der vom Freiheitswillen ermutigten Bürger der DDR zusammen. Vorpommern und ganz Mitteldeutschland werden frei. Die Bewegung zur Wiedervereinigung ist in Gang gesetzt. Ab der Vereinigung werden die Kontakte nach Stettin und Hinterpommern zur deutschen Minderheit über Vorpommern als Brücke intensiviert. Erwähnt werden muß hier auch das Jahr 1996, in welchem die Stiftungsgenehmigung für das Pommersche Landesmuseum in Greifswald erteilt wird und das Jahr 1998, in dem die Pommersche Landsmannschaft 50 Jahre existiert.

 

Zur Geographie Pommerns

Bemerkenswerte Höhen in Pommern (über 200 m)

Schimmritzberg südlich Bütow     256 m

Steinberg zwischen Rummelsburg und Bublitz     234 m

Bullenberg („Pommersche Schweiz“)     219 m

Hochratzenberg bei Falkenburg     211 m

Dombrowaberg bei Lauenburg     210 m

Schottenberg bei Ratzebuhr     205 m

Spitzer Berg nördlich Tempelburg     203 m

Die Flüsse Pommerns

Die Oder: Sie ist nicht nur Pommerns Hauptstrom, sondern einer der fünf Hauptströme Deutschlands. Ihre Gesamtlänge beträgt 907 km, wovon – bemerkenswerte – 700 km schiffbar sind.

Vorpommersche Flüsse: Die Peene wird aus vielen mecklenburger Quellbächen deren Wässer sich im Kummerower See sammeln gespeist, nimmt die Trebel und die Tollense auf und vereint sich dann mit dem Oderwasser des Kleinen Haffs. Fortan heißen die vereinigten Gewässer Peenestrom. Die Recknitz: wasserreichster Zufluß des Saaler Boddens. Der Ryck: entspringt umweit Grimmen, mündet bei Wieck-Eldena in den Greifswalder Bodden, bis Greifswald schiffbar. Die Uecker: ist bis Torgelow schiffbar, nimmt kurz vor der Mündung in das Stettiner Haff die Randow auf, die auf rund 30 km die Grenze zwischen Brandenburg und Pommern bildet. Barthe, Ziese und Zarow haben eine untergeordnete Bedeutung.

Hinterpommersche Flüsse: Vom Pommerschen Höhenrücken kommend ergießen sich fünf Flüsse in die Ostsee: die Rega (Nebenfluß Molstow), die Persante (Nebenfluß Radüe), die Wipper (Nebenfluß Grabow), die Stolpe (Nebenfluß Schottow), an deren Mündung der größte Hafen Hinterpommerns Stolpmünde liegt, die Lupow und die Leba, an deren Mündung der bedeutende Fischereihafen Leba liegt. Weitere Flüsse Hinterpommerns sind die Plöne, die Ihna, die Drage (mündet in die Netze), die Küddow sowie die Zahne und Pilow. Der Pommersche Höhenrücken ist die Wasserscheide nach Süden.

Haff, Bodden und Seen (über 50 qkm)

Stettiner Haff 798 km²     9 m Tiefe

Greifswalder Bodden 508 km²     12 m Tiefe

Saaler-Bodden 82 km²     4 m Tiefe

Leba-See 76 km²     5 m Tiefe

Großer Jasmunder Bodden 60 km²     9 m Tiefe

Dammscher See 54 km²     4 m Tiefe

 

Die Wirtschaft

Das Rückgrat bildete die Landwirtschaft (in ihr war am 17. Mai 1939 1/3 der Gesamtbevölkerung tätig). Flächenmäßig war Pommern die viertgrößte Provinz des Deutschen Reiches. Mengenmäßig lieferte es u. a. an Roggen 13 %, an Hafer 10 %, an Kartoffeln und Zuckerrüben jeweils 12 % und an Kohlrüben 27 % der deutschen Ernte.

Bei einer Eigenbevölkerung von 2,3 Mio. Menschen konnte es darüber hinaus 12,4 Mio. Menschen mit Kartoffeln versorgen.

 

Bevölkerung

Am 17. Mai 1939: 2.393.844 Einwohner, davon waren 89,7 % evangelisch, 6,9 % römisch-katholisch und 3,4 % gehörten sonstigen Religionsgemeinschaften an.

1939 war Pommern in drei Regierungsbezirke, Stettin, Köslin und Grenzmark Posen-Westpreußen eingeteilt. Die Hauptstadt Pommerns und die viertgrößte deutsche Stadt war Stettin (405.000 Einwohner).

 

Stadtkreise mit Einwohnerzahl 1939

Greifswald     37.051

Köslin     33.479

Kolberg     36.617

Schneidemühl     45.800

Stargard     39.760

Stralsund     52.931

Stettin     271.575 Mit Eingemeindung v. 15.10.39     405.000

Stolp     50.377

 

Kreisstädte mit Einwohnerzahl 1939

Anklam 19.841                

Arnswalde 13.960            

Barth 11.639 (Franzburg-Barth)            

Belgard 16.456                

Bergen (Rügen) 6.178            

Bütow 10.045            

Cammin 6.055            

Demmin 15.966            

Deutsch-Krone 14.941            

Dramburg 8.088            

Flatow 7.494                

Friedeberg 5.918            

Greifenberg 10.817            

Greifenhagen 9.858            

Greifswald 37.051            

Grimmen 5.926

Köslin 33.479

Labes 7.322 (Kr. Regenwalde)

Lauenburg 19.114

Naugard 8.148

Neustettin 19.942

Pyritz 11.287

Rummelsburg 8.516

Schlawe 9.768

Schlochau 6.029

Schönlanke 9.618 (Netzekreis)

Stargard 39.760 (Krs. Saatzig)

Stolp 50.377

Swinemünde 30.239 (Krs. Usedom- Wollin)

Ueckermünde 8.930

 

Pommern in Zahlen

Fläche im Jahre                                                     1939 38.400 km²

Ostseestrand                                                          etwa 400 km

Haupstadt                                                               Stettin

Regierungsbezirke                                                  Stettin

                                                                                Köslin

                                                                                Schneidemühl

Landkreise                                                              39

Städte                                                                      93

Einwohnerzahl 1939                                                etwa 2.400.000

Die Erwerbstätigen waren etwa in

Land– und Forstwirtschaft                                       51 %

Industrie und Handwerk                                          24 %

Handel und Verkehr                                                13 %

und anderen Wirtschaftszweigen                            12 %

tätig.