Das Wappen Pommerns: „Der Greif“

 

Der stolze rote Greif,

auf weißblauem Grund -

auch Vogel Greif genannt,

in Pommern all bekannt,

gibt Kund achthundert Jahr,

was uns dieses Land einst war,

Beständigkeit und Treue -

Liebe stets auf‘s Neue.

Was die Heimat uns gegeben,

wird in uns weiter leben.

Irene Greschick-Stein

 

Eines der schönsten Wappen, die heute noch existieren und von Bedeutung sind, ist das Wappen für die Provinz Pommern. Wie jedes echte Wappen ist es geschichtlich entstanden und beinhaltet symbolisch Geschichte und Schicksal des Landes und seiner Geschlechter.

„In einem silbernen Schild schreitet aufwärts ein roter, golden bewehrter Greif“,

So lautet die knappe Wappenbeschreibung der Fachleute (Heraldiker). Um die

Beschreibung etwas verständlicher zu machen: silber und weiß, sowie golden und gelb gelten in der Wappenkunst als je eine Farbe. Das Wappen, in Farbe dargestellt, heißt: „den Greifen rot auf weißem Grund, Krallen und Schnabel gelb malen.“

Die Fangwerkzeuge der Wappentiere, also Krallen, Fänge, Pranken, Gebiß, Schnabel oder Hauer nennt der Heraldiker „Bewehrung“ von „Wehr“ abgeleitet.

Der Greif ist ein Fantasiegeschöpf aus Adler und Löwe. Er drückt Stolz, Kraft und Schönheit gleichzeitig aus.

So einfach und klar wie uns das Pommernwappen heute bekannt ist, hat es sich durch alle geschichtlichen Zeitläufe erhalten. Schon die erste urkundliche Erwähnung Anfang des 13. Jahrhunderts zeigte ein Siegelbild eines aufwärtsschreitenden Greifen. Das Wappen selbst ist wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert entstanden. Seit der Zeit der Fürsten Bogislaw II. und Kasimir II. läßt sich der Weg des Greifenwappens geschichtlich genau verfolgen. Die beiden von den Brüdern ausgehenden Herrscherzweige führten einträchtig das gleiche Wappen.

Das Wappentier, der Greif, wurde auch in viele Stadtwappen aufgenommen. Selbst als Pommern in der Folgezeit unter die Oberhoheit verschiedener fremder Mächte geriet, blieb das Greifenwappen unverändert bestehen. Eine Chronik aus dem 15. Jahrhundert berichtet, daß Brandenburg in einem Erbfolgestreit

„alle Lande unter dem roten Greife“ beanspruchte. Somit ist das Greifenwappen der fürstlichen Herrscherhäuser Pommerns gleichzeitig eines der ältesten deutschen Landeswappen.

Im Friedensvertrag nach dem dreißigjährigen Krieg wurde der größere Teil Pommerns Schweden zugesprochen. Aber im Vertrag wurde ausdrücklich bestimmt, Pommern und Brandenburg dürften ihre Landeswappen behalten. Später kam das „Land unter dem roten Greifen“ ganz zu Preußen.

So wurde das Greifenwappen zu einem Symbol der Beständigkeit in der wechselvollen Geschichte Pommerns.

„Stets sich selbst, dem Lande und dem Volke treu“.